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Kompressionsklassen

Apotheke vs. Sanitätshaus — Kompressions­versorgung im Vergleich

Apotheke vs. Sanitätshaus · auch: Strumpfversorgung Apotheke · Kompressionsstrumpf Apotheke Sanitätshaus · Wer darf Strümpfe abgeben

Grundlagen ✓ Geprüft Aktualisiert: 2026-05-07

Direct Answer

Apotheken dürfen Kompressions­strümpfe abgeben — wenn sie die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen wie Sanitäts­häuser. In der Praxis tun sie das oft nicht durchgehend, weil ihre Räume, ihr Personal und ihre Prozesse auf Arzneimittel-Abgabe optimiert sind, nicht auf eine Maß­anfertigung mit Anamnese und Anprobe. Das Hilfsmittel­verzeichnis kennt nur die Position­nummer — die Versorgungs­tiefe dahinter unterscheidet sich erheblich.

Rechtlicher Rahmen — wer darf was

Beide — Apotheke und Sanitätshaus — brauchen für die Abgabe von Kompressions­strümpfen an gesetzlich Versicherte:

  1. Präqualifizierung (PQ) für den Bereich Sanitäts­fachhandel nach
§ 126 Abs. 1a SGB V
  1. Vertrag mit der jeweiligen GKV (Festbetrags- oder Versorgungs­vertrag)
  2. Räumliche Voraussetzungen — Beratungs­bereich mit Diskretion,
Anprobe­möglichkeit
  1. Personelle Voraussetzungen — Fachkraft mit Qualifikation für
Kompressions­versorgung

→ Mehr dazu: Präqualifizierung Sanitätshaus (PQ).

Wo der Unterschied in der Praxis sichtbar wird

AspektApotheke (typisch)Sanitätshaus (typisch)
Geschäfts­modellArznei­mittel-Abgabe + BeratungHilfsmittel­versorgung als Kerngeschäft
Anprobe-KabineSelten separat — oft Tresen­bereichEigene Maß-/Anprobe-Kabine
Anamnese­gesprächKurz, oft im Verkaufs­raumStrukturiert, vertraulich, ca. 15–30 min
MaßaufnahmeHäufig konfektioniert nach SchuhgrößeDetail­maße bei Flachstrick (Hautmaß, Zugmaß)
Funktions­zonenSelten thematisiertStandard­bestandteil der Beratung
Folge­versorgungNach­bestellung über RezeptStrukturierte Folge­versorgungs-Pflege
Reklamation / AnpassungBegrenzte WerkstattEigene Anpass-/Werkstatt-Kapazität

Warum das für Patient:innen relevant ist

Die Hilfsmittel­position­nummer ist gleich — aber was Patient:innen tragen, ist nicht gleich. Ein flachgestrickter Strumpf, dessen Funktions­zonen nicht zum Beruf passen, lindet in der Schublade. Ein Strumpf, dessen Hautmaße zwischen Tür und Angel genommen wurden, sitzt nicht. Bei rein konfektionierter Versorgung mit hohem Patienten­durch­satz fallen Detail­abstimmungen schnell hinten runter.

Sanitäts­häuser haben dafür ihren strukturierten Versorgungs­prozess gebaut — Maß­kabine, Anamnese­gespräch, Werkstatt, Reklamations­handling, Folge­termin. Genau das ist das Versprechen, das mit Präqualifizierung verbunden ist.

Wo OTpilot ansetzt

OTpilot dokumentiert genau diese Tiefe — Anamnese, Maße, Sonder­wünsche, Funktions­zonen — strukturiert und nachweisbar. Damit wird der qualitative Unterschied gegenüber einer schnellen Tresen­abgabe belegbar, nicht nur gefühlt:

  • Transkript des Versorgungs­gesprächs (intern, DSGVO-konform)
  • Voll ausgefülltes Maßblatt mit allen Sonderwünschen
  • Fachkraft-Freigabe mit Unterschrift
  • Folge­versorgungs-Plan im selben System

Für Sanitäts­häuser, die sich von der Apotheken-Konkurrenz im Strumpf­geschäft abgrenzen wollen, ist die nachweisbare Versorgungs­tiefe der wichtigste Hebel.

→ Verwandt: Präqualifizierung Sanitätshaus · Maßblatt Flachstrick · Anamnese­gespräch Kompressions­versorgung.

Quellen

  1. Verband
    GKV-Spitzenverband — HilfsmittelverzeichnisOffizielles Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung — 10-stellige Positionsnummern.✓ geprüft · von Niels Schild · 2026-05-02

Verwandte Begriffe

Letzte Prüfung: 2026-05-07. Hinweis fehlt etwas oder ist unklar? Schreib uns kurz .